Donnerstag, 19. Juni 2008
Träume träumen
Bis ich aufhörte zu träumen hatte ich nie geahnt, welche Bedeutung Träume eigentlich für Menschen haben. An die meisten Träume konnte ich - wollte ich mich nicht erinnern. Sie waren wirr und ich konnte keinen Sinn aus ihnen holen.
Als ich mit dem Tagträumen aufhörte, war das eine bewusste Entscheidung. Meinen eitlen Phantasien einer gerechteren Gesellschaft hinterher zu jagen ergab keinen Sinn mehr. In den Kreisen, wo ich mich bewegte, zählten andere Dinge: Kleidung, Freunde und Hobbies.
Und Tagträumen kostete mich mehr Energie, als ich aufbringen konnte. Eines Tages beschloss ich, so zu sein, wie die Anderen mich haben wollten, um nicht durchzudrehen.
Ich wurde glatt und anschmiegsam wie eine eingetragene Jacke. Ich plauderte munter vor mich hin, über Gott und die Welt, ohne tieferen Sinn, ohne mir Sorgen um etwas zu machen. Das geht einfacher, als man denken mag. Man wirft einfach jeden Tag ein stück von sich weg, passt sich jeden Tag ein wenig mehr an, man schleift die Ecken und Kanten ab. Bis man reinpasst, überall und jederzeit. Alte Beziehungen schliefen langsam ein und meine neuen "Freunde" waren ohnehin das, was ich werden wollte.
Und dann hörten meine Träume auf.

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