Mittwoch, 18. Juni 2008
Ausgeträumt
Als ich 25 war, hörte ich auf zu träumen. Es geschah langsam, ich merkte es kaum. Es war wie der Übergang von Winter zu Frühling, kaum merklich, mit Abwechslungen und plötzlich ist es vorbei.
Ich hatte gerade angefangen, in einer PR-Firma zu arbeiten. 10, 11 Stunden am Tag Pressemitteilungen lesen, PR-Texte schreiben, Pressekonferenzen besuchen und das tägliche Büroeinerlei waren nicht so anspruchsvoll, wie ich erhofft oder befürchtet hatte, aber am Ende des Tages oder am Wochenende spürte ich, dass meine Kreativität weg war. Ich konnte mich nicht mehr auf andere Dinge konzentrieren, die geistig anstrengend waren.
Und dann hörten die Träume auf. Ich erinnerte mich nicht nur nicht an sie, sie hörten ganz einfach auf.
Das war schlimmer als jeder Alptraum, schlimmer als die Hölle. Ich ging jeden Tag zur Arbeit, war aber geistig so wirr, dass ich Angst hatte, jeden Moment durchzudrehen.

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