Dienstag, 8. Juli 2008
Stille im Kopf
oder wenn einem der Stoff ausgeht. Der Stoff, aus dem die Träume sind, sei es nun "Stoff" im Drogenmileu oder die waschechte Schreibblockade. Die Schreibblockade ereilt jeden Autor, unabhängig von Alter und Erfahrung. Normalerweise sitzt er im stillen Kämmerlein vor einem leeren Blatt Papier - oder Bildschirm.
Dieser Autor fragt sich, ob die geistige Leere von der Arbeit kommt oder von der schlichten Unfähigkeit, sich auf seinen Gegenstand zu konzentrieren.
Manchmal fragt man sich auch, ob man eventuell schon am Ende ist. Am Ende der geistigen Entfaltung. Schließlich lassen auch die sportlichen Fähigkeiten mit etwa 30 nach, wie lange dauert es, bis die geistige Agilität dermaßen erlahmt, dass man nichts sinnvolles mehr in angemessener Zeit erfassen oder von sich geben kann?
Wann kommt die geistige Entwicklung endgültig zum Ende?
Der freundliche Leser möge dem Autoren verzeihen, dass es derzeit keinen neuen Stoff zum Teilen mit ihm gibt. Doch die Geschichte, die den Autoren verfolgt wie eine unerfüllte Liebe - sie muss und wird zum Ende gebracht.

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Samstag, 5. Juli 2008
In Tonys Kopf - II
Ich habe oft das Gefühl, unsichtbar zu sein. Eine Art Gespenst, dass zwar wahrgenommen, aber nicht gesehen wird. Die Leute scheinen nicht mich zu sehen, sondern einen Haufen Klschees darüber, was ich sein könnte. Die dunkle Haut, das krause Haar, ein junger Mann mit bulliger Figur, strubbligen Haaren und einer breiten Nase. Was er wohl für einZeug nimmt? Ob er dealt? Ob er seine Freundin schlägt? Ob er wohl einer von den harmlosen Spinnern ist?
Die Leute setzen sich also fast nie neben mich in der U-Bahn, es sei denn, kein anderer Platz ist frei. Sie grüßen nicht, wenn wir uns auf dem Flur begegnenen, wenn sie in unser Büro kommen oder bei anderen Gelegenheiten.
Sie scheinen zu glauben, das ich eine Art Ding bin, dass über keinerlei Emtionen verfügt oder nicht in der Lage ist zu verstehen, was das bedeutet, was sie da tun oder nicht tun.
Manchmal glaube ich, dass der Ruch von Unterschicht sichtbar an mir haftet. Die Arroganz und Hochnäsigkeit dieser Uniaffen ist absolut unerträglich. Als Selbstschutz habe ich ir eine Art von Respektlosigkeit gegenüber diesen Leuten zugelegt, die ins Selbstzerstörerische mündet. Ich frage mich oft, wie lange es wohl noch dauern wird, bis ich mir meine Zukunft endgültig kaputt gemacht habe, weil ich nicht in der Lage bin, in diese Schicht aufzusteigen.
Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als diese Ecken und Kanten abzulegen und mich endlich anpassen zu können.
Aber es gibt viele Dinge, die man in der Unterschicht nicht lernt. Die Kunst einer sinnfreien, aber dennoch stilvollen Konversation. Das Arbeiten nach festen Zeitabläufen, die Konzentration auf die derzeitige Aufgabe, die Umangsformen im Allgemeinen.
Manchmal glaube ich, der einzige Grund, warum ich noch weiter mache ist der, dass ich einen kleinen, einen sehr kleinen Einfluss habe, der hoffentlich positiv ist. Es gibt eine Handvoll Leute, die mir sehr verbunden sind, auch wenn sie mich vielleicht mittlerweile schon vergessen haben, haben sie mir doch etwas gegeben und vielleicht habe ich ihnen etwas gegeben. Etwa das Mädel, das ich gestern in der U-Bahn getroffen habe und die mich auf einen Blick zu verstehen schien. Oder dich, der du gerade in meinen Kopf eingedrungen bist, vergiß mich nicht. Vergiß niemals

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Freitag, 4. Juli 2008
In Tonys Kopf
Es gibt schlechte Tage und weniger schlechte. Manchmal reicht ein Lächeln oder eine nette Geste aus, um einem den Tag zu retten. Manchmal kann eine Geste oder ein falscher blick einem den Tag versauen. Heute traf ich dieses Mädel, eine Deutsche wahrscheinlich, die mir die Tür in der U-bahn aufhielt, sich neben mich setzte und mir ein nettes Lächeln zuwarf. Es ist nicht die Art flirtende Blicke, sondern jene Art von Lächeln, das sagt, ich verstehe, was in dir vorgeht. Ich habe eine stille Mitstreiterin.
Vielleicht bilde ich mir das alles nur ein. Immerhin hat sie mich wie einen Menschen behandelt und das ist mehr, als ich erwartet habe.
Meine Eltern kamen aus Mosambique, ich bin Deutscher, ohne deren Hautfarbe zu haben. Ich habe studiert, spreche perfekt Deutsch, aber es scheint ihnen nie zu reichen.
sie gucken mich an, als ob ich ein Tier wäre, etwas, was gerade aus dem Dschungel kam und sie gleich vergewalitgen wird. Und manchmal schauen einfach durch mich durch, als ob ich ein Phantom wäre. Ich weiß nicht, was mir lieber ist.
Ich wünschte manchmal, ich könnte einfach Schluß machen damit. Nie wieder unter Leute gehen, aus dem Land verschwinden, das mich niemals dazu gehören lässt.

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