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Dienstag, 1. Juli 2008
The missing Plot
domingos, 21:48h
Das literarische Schreiben stellt eine ganze Reihe mehr Herausforderungen an den Schreiber als andere Formen. Ein Roman, der wie dieser hier in Echtzeit entsteht, müsste normalerweise akribisch durchgearbeitet sein. Das Ende müsste schon fest stehen.
In diesem Falle weiß weder der Autor noch sein freundlicher Leser, sofern es ihn gibt, ob und wie diese Geschichte enden wird.
Viele werden sich schon dadurch abgeschreckt fühlen, dass es keinen echten Plot gibt, keine Action und relativ wenig Handlung, dafür viel Selbstreflexion der Protagonistin und ihrer - wenn man so will - Gegner.
Dies ist einerseits Absicht: Wenn man sich etwa John Grisham oder Michael Crichton anguckt, beide haben recht viel Sachverstand, den sie gut einbringen können. Ihre Geschichten sind dagegen fade und langweilig, wie am Reißbrett entstanden.
Andererseits weiß der Autor über seine Schwächen Bescheid: Dialoge sind weder im wahren Leben noch fiktioniert seine Stärke und er vertraut darauf, dass jeder Leser von sich genügend in der Geschichte wiederfindet, als das er in der Lage sein wird, weiterzumachen.
Denn darauf kommt es an und dazu möchte die Geschichte anregen: Weitermachen trotz aller Widrigkeiten, und dem eigenen Leben neue Seiten entlocken, die man bisher übersehen hat.
Ein Text zum wissenschaftlichen Schreiben vom Autoren darselbst erdichtet.
http://www.oliveira-online.net/schreiben_uebersicht.html
In diesem Falle weiß weder der Autor noch sein freundlicher Leser, sofern es ihn gibt, ob und wie diese Geschichte enden wird.
Viele werden sich schon dadurch abgeschreckt fühlen, dass es keinen echten Plot gibt, keine Action und relativ wenig Handlung, dafür viel Selbstreflexion der Protagonistin und ihrer - wenn man so will - Gegner.
Dies ist einerseits Absicht: Wenn man sich etwa John Grisham oder Michael Crichton anguckt, beide haben recht viel Sachverstand, den sie gut einbringen können. Ihre Geschichten sind dagegen fade und langweilig, wie am Reißbrett entstanden.
Andererseits weiß der Autor über seine Schwächen Bescheid: Dialoge sind weder im wahren Leben noch fiktioniert seine Stärke und er vertraut darauf, dass jeder Leser von sich genügend in der Geschichte wiederfindet, als das er in der Lage sein wird, weiterzumachen.
Denn darauf kommt es an und dazu möchte die Geschichte anregen: Weitermachen trotz aller Widrigkeiten, und dem eigenen Leben neue Seiten entlocken, die man bisher übersehen hat.
Ein Text zum wissenschaftlichen Schreiben vom Autoren darselbst erdichtet.
http://www.oliveira-online.net/schreiben_uebersicht.html
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Sonntag, 29. Juni 2008
Ich will nicht mehr ich sein
domingos, 17:19h
Ich begriff allmählich, dass ich meine Träume auf konventionellem Wege nicht wiederfinden würde. Ich musste beginnen, meine Phantasie einzusetzen.
Die Phantasie ist im Grunde nichts Anderes als Träumen, nur, dass man die Phantasie mehr oder weniger steuern kann.
Was meine Träume bisher für ich gemacht hatten, musste ich nun selber tun. Und mir war ja klar, dass ich mich dafür neu erfinden musste. Warum? Weil es darum ging, neue Sinnwelten zu entdecken. Welten, die Sarah bisher verschlossen waren, die aber jemand anders entdecken konnte. Und ich musste dieser Andere werden, zumindest zeitweise, um seine Welt zu verstehen.
Die Phantasie ist im Grunde nichts Anderes als Träumen, nur, dass man die Phantasie mehr oder weniger steuern kann.
Was meine Träume bisher für ich gemacht hatten, musste ich nun selber tun. Und mir war ja klar, dass ich mich dafür neu erfinden musste. Warum? Weil es darum ging, neue Sinnwelten zu entdecken. Welten, die Sarah bisher verschlossen waren, die aber jemand anders entdecken konnte. Und ich musste dieser Andere werden, zumindest zeitweise, um seine Welt zu verstehen.
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beobachten und zuhören
domingos, 13:26h
Wie die meisten anderen Menschen auch ist der Autor vor allem damit beschäftigt, zu reden und mehr oder weniger sinnvolles von sich zu geben. Als Autor muss man aber in der Lage sein, sich selbst zurückzunehmen und anderen Menschen zuzuhören und zu beobachten. Dabei weiß man seit Jahren, dass man als Beobachter auch an einer Handlung teilnimmt und damit eventuell Einfluß auf die Handlung anderer nimmt. Deswegen ist es um so wichtiger, sich zurückzunehmen und anderen das Feld zu überlassen. Man lernt andere Menschen nur kennen, wenn man sie beobachtet, ohne Einfliuß auf sie zu nehmen.
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Samstag, 28. Juni 2008
Tutor und tortur
domingos, 21:55h
Sarah schien eine magische Anziehung auf Leute auszuüben, die für sie eine Vaterfigur sein wollten. Franz war einer von ihnen. Ihre erste große Liebe.
Franz hatte ein überbordendes Selbstbewußtsein, ein Ego, das so groß war, dass man sich fragte, warum er es bisher eigentlich zu kaum etwas Vorzeigbarem gebracht hatte.
Franz gehörte zu jenen Leuten, die anderen Leuten stets gute Ratschläge geben. Leute, die gar icht darum gebeten haben und auf gute Ratschläge noch besser verzichten können.
Und was sollte einem ein 35-jähriger Mann schon Nützliches zu sagen haben, der es zu nichts gebracht atte?
Franz hatte sich nun endgültig selbstständig gemacht. Er nannte sich selbst Coacher, Berufsberater und Personal Trainer. Er hatte sämtliche Selbsthilfeliteratur gelesen von Dale Carnegie bis Joseph Murphy und meinte nun, er könne das auch.
Seine ersten Opfer waren die Menschen aus seinem bekanntenkreis, die aber massenhaft die flucht ergriffen. Franz beriet aber auch Menschen, die er kaum näher kannte - wie Sarah.
Sie hatten sich fast zehn Jahre nicht mehr gesehen und Sarah stellte schnell fest, dass Franz sich nicht nur nicht weiter entwickelt hatte, sondern dass er nichts über sie wusste.
Was ihn aber nicht davon abhielt, ihr eine ungebetene Kritik und Ratschläge zu ihrer Lebens- und Karriereführung zu erteilen.
Sie müsse sich auf das konzentrieren, was sie gut könne. Sie müsse sich besser kleiden. Sie müsse mehr auf die Leute zu gehen. Sie sollte sich Träumereien aus dem Kopf schlagen. Als Frau könne sie nun einmal bestimmte Schwellen nicht überschreiten.
Sarah schien es, als dehnten sich die Stunden mit Franz zu tagelangen, sich im Kreis drehenden Diskussionen. Wenn Franz nicht gerade an ihr herummäkelte, redete er über sich selbst, seine großen Pläne, Projekte und Ideen, von denen sarah wusste, dass die Hälfte von ihnen wertlos und die andere Hälfte nicht umzusetzen waren. Weil Franz die Energie fehlte, er mit 35 wie jemand wirkte, der 50 war und dessen große Zeit schon lange vorbei zu sein schien.
Konnte es sein, dass das ein teil des Problems war, das Franz auf Sarahs Fähigkeiten eifersüchtig war, auf ihre geistige Beweglichkeit und ihren Lebenswillen, der ihm abging?
Sarah war so wütend auf Franz, auf seine Art, an ihr Kritik zu üben und auf seine Unfähigkeit, sich selbst so zu sehen, wie er bei ihr rüberkam, dass sie ihn rauswarf. Franz besaß keinerlei Empahtie, kein Gefühl für das Angemessene und kein Gespür für andere Menschen.
Doch Sarah lernte auch aus diser Begegnung: Sie wollte nicht so sein wie Franz oder wie Stefan. Sie wollte nie andere Menschen aussaugen, um ihr Ego damit aufzublasen. War das der erste Schritt, um ihre Träume wiederzufinden?
Franz hatte ein überbordendes Selbstbewußtsein, ein Ego, das so groß war, dass man sich fragte, warum er es bisher eigentlich zu kaum etwas Vorzeigbarem gebracht hatte.
Franz gehörte zu jenen Leuten, die anderen Leuten stets gute Ratschläge geben. Leute, die gar icht darum gebeten haben und auf gute Ratschläge noch besser verzichten können.
Und was sollte einem ein 35-jähriger Mann schon Nützliches zu sagen haben, der es zu nichts gebracht atte?
Franz hatte sich nun endgültig selbstständig gemacht. Er nannte sich selbst Coacher, Berufsberater und Personal Trainer. Er hatte sämtliche Selbsthilfeliteratur gelesen von Dale Carnegie bis Joseph Murphy und meinte nun, er könne das auch.
Seine ersten Opfer waren die Menschen aus seinem bekanntenkreis, die aber massenhaft die flucht ergriffen. Franz beriet aber auch Menschen, die er kaum näher kannte - wie Sarah.
Sie hatten sich fast zehn Jahre nicht mehr gesehen und Sarah stellte schnell fest, dass Franz sich nicht nur nicht weiter entwickelt hatte, sondern dass er nichts über sie wusste.
Was ihn aber nicht davon abhielt, ihr eine ungebetene Kritik und Ratschläge zu ihrer Lebens- und Karriereführung zu erteilen.
Sie müsse sich auf das konzentrieren, was sie gut könne. Sie müsse sich besser kleiden. Sie müsse mehr auf die Leute zu gehen. Sie sollte sich Träumereien aus dem Kopf schlagen. Als Frau könne sie nun einmal bestimmte Schwellen nicht überschreiten.
Sarah schien es, als dehnten sich die Stunden mit Franz zu tagelangen, sich im Kreis drehenden Diskussionen. Wenn Franz nicht gerade an ihr herummäkelte, redete er über sich selbst, seine großen Pläne, Projekte und Ideen, von denen sarah wusste, dass die Hälfte von ihnen wertlos und die andere Hälfte nicht umzusetzen waren. Weil Franz die Energie fehlte, er mit 35 wie jemand wirkte, der 50 war und dessen große Zeit schon lange vorbei zu sein schien.
Konnte es sein, dass das ein teil des Problems war, das Franz auf Sarahs Fähigkeiten eifersüchtig war, auf ihre geistige Beweglichkeit und ihren Lebenswillen, der ihm abging?
Sarah war so wütend auf Franz, auf seine Art, an ihr Kritik zu üben und auf seine Unfähigkeit, sich selbst so zu sehen, wie er bei ihr rüberkam, dass sie ihn rauswarf. Franz besaß keinerlei Empahtie, kein Gefühl für das Angemessene und kein Gespür für andere Menschen.
Doch Sarah lernte auch aus diser Begegnung: Sie wollte nicht so sein wie Franz oder wie Stefan. Sie wollte nie andere Menschen aussaugen, um ihr Ego damit aufzublasen. War das der erste Schritt, um ihre Träume wiederzufinden?
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